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Viele Wege führen nach Rom – oder zu schönen Fingernägeln. Ex-Kauende berichten von verschiedenen Methoden, aber trotzdem gibt es kein Allheilmittel. Wichtig ist es, möglichst viel auszuprobieren und die beste Methode für sich selbst herauszufinden. Diese Tipps können Dir helfen, in verführerischen Situationen stark zu bleiben:
- Entwickle zuerst einen starken Willen, mit dem Kauen aufzuhören. Erinnere dich täglich daran, wie deine Nägel wirklich aussehen und wie unnatürlich es ist, sich selbst zu verletzen. Geh in kleinen Schritten und setz dir erreichbare Ziele: in zwei Wochen ein Millimeter, danach werden es zwei. Such nach Babyfotos von dir, auf dem die Fingernägel zu sehen sind. Das ermuntert Dich, dass Du wieder zu Deiner ursprünglichen Natürlichkeit zurückkehren kannst. Schaue nicht auf perfekt manikürte Nägel aus Modemagazinen, sondern auf Deine eigenen.
- Wenn es Dich wieder überkommt und der Finger in den Mund wandert: nimm etwas in die Hand! Sei es ein Magic-Würfel aus den Achtzigern, das Strickzeug oder etwas anderes. Beschäftige Deine Hände! Dafür eignet sich Kochen, Hausarbeit, Sport, oder auch Gartenarbeit. Vermeide Arbeiten, bei denen Du eine Hand zum Knabbern frei hast: lesen, schreiben, mit dem Handy hantieren, etc. Besonders häufig werden Bastelarbeiten empfohlen, diese verlocken allerdings durch den Klebstoff an der Hand wiederrum zur Knaupeln an den Händen.
- Sobald eine Arbeit Dich nervös werden lässt - lege sie nieder. Nervosität und Anspannung sind die häufigsten Auslöser für das Knabbern. Sei es die Hausarbeit, an der Du schreibst, das spannende Buch oder auch der packende Krimi im Fernsehen. Du merkst, wenn Du auf einmal knabberst - ein Zeichen innerer Anspannung. Höre mit dem auf, was Du gerade getan hast und frage Dich warum Du so angespannt bist und was Du dagegen tun kannst. Beschäftigt Dich ein Problem, setz Dich hin und schreib auf, wie Du es in diesem Moment lösen kannst oder lösen wirst. Das Kauen ist ein Zeichen, dass Dein Nervenkostüm überlastet ist. Daher solltest Du auch eventuell auch Deinen Fernsehkonsum neu überdenken, wenn Du besonders bei spannenden Filmen knabberst.
- Beschäftige Dich nicht mit Deinen Fingern. Je mehr Du sie ansiehst, an ihnen herumfeilst, desto unzufriedener wirst Du mit deren Aussehen. Außerdem verlockt der Anblick umso mehr zum Knabbern und Du fängst wieder an. Für die Anfangszeit gilt: schneiden, nur kurz(!) drüberfeilen, nicht mehr beachten. Das ist das A und O um die erste (und die schwierigste) Hürde zu überstehen.
- Lass die Nägel anfangs nicht zu lang wachsen, das ist zu verführerisch zum Knabbern. Sie sind durch das lange Knabbern brüchig und kraftlos geworden. Und lange, brüchige Nägel verleiten ungemein zum Kauen. Sobald sie mit dem Rand der Fingerkuppe abschließen, schneide sie ein wenig zurück, dass reicht. Je häufiger der Nagel wieder wachsen kann, umso dicker wird er und verwächst gleichzeitig wieder stärker mit dem Nagelbett. Um dies zu erreichen kann es allerdings mindestens sechs Monate dauern.
- Sobald Du merkst: "Ich habe den Finger im Mund" – zwing dich ihn herauszunehmen! Erst ist es „nur“ die Nagelhaut, dann ein bisschen die Ecken und dann der ganze Nagel. Hast Du erst angefangen mit dem Kauen, gibt es kein oft kein Halten mehr.
- Handcreme ist besonders wichtig für den Kaustopp. In vielen Situation im Alltag spüren Betroffene die rauhe Nagelhaut: sei es in Berührung mit Stoff beim Anziehen oder unter der Bettdecke, bei der Berührung der Hände oder mit anderen Gegenständen. Damit lenkt sich sofort die Aufmerksamkeit auf die Hände und die Verlockung ist groß, abstehende Haut- und Nagelstücke abzuknabbern. Mit Handcreme ist die Haut weicher und verleitet weniger zum Kauen, besonders wenn die letzte Kau-Attacke erst sehr kurz zurückliegt.
- Sprich mit niemanden über deine Fortschritte. Sobald Du erzählst, dass Du die Nägel wieder wachsen lässt, ist die Konzentration auf Deine Nägel gestiegen. Freunde, Familie und Bekannte achten dann eher darauf, ob Du es durchhältst. Dies setzt Dich wieder unter Druck, wenn Du es nicht geschafft haben solltest. Du schämst Dich leicht bei einem Rückfall, wenn „offiziell“ zu sehen ist, dass der Versuch gescheitert ist. Lass die Nägel wachsen als sei es etwas ganz natürliches und sprich erst darüber, wenn es ein halbes oder ein Jahr her ist, dass Du gekaut hast.
- Wenn Du trotzdem deine ersten Erfolge oder auch Rückschläge festhalten möchtest, dann schreib es auf. Notiere Dir auch, in welchen Situation Du geknabbert und wie Du Dich gefühlt hast. So kannst Du eher verstehen, warum Du kaust und gegen dieses Problem angehen.
- Betroffene berichten immer wieder von einem unbewussten Kauen. Dieses unbewusste ist allerdings steuerbar. Sie spüren es anfangs, wenn der Finger im Mund landet. Erst spät stellt sich das bekannte „automatische“ monotone Kauen ein. Zum Aufhören ist es wichtig, dass Du den Finger sofort wieder aus dem Mund nimmst. Dazu bedarf es eines starken Willens und dem Bewusstsein, den Finger immer vom Mund fernhalten zu wollen.
Um jedoch langfristig vom Nägelkauen loszukommen, ist es wichtig, Deine Psyche zu erforschen und Dir auch ärztliche Hilfe zu holen.
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