Formen des Nägelkauens E-Mail

Obwohl das Nägelkauen als neurotische Störung bekannt ist, gibt es verschiedene Abstufungen. Was bei dem einen eine schlechte Angewohnheit ist, kann bei dem anderen Zeichen von schwerer Selbstverletzung sein.

 

Hier schafft vor allem eines Klarheit: die Situationen, in denen geknabbert wird, müssen analysiert werden und auch wie ausgeprägt das Knabbern beim Betroffenen ist. Beim Nägelbeißen wird meist in zwei verschiedene Formen unterteilt: einerseits das einfache Kauen. Dies kommt vor allem bei Stress oder Langweile vor und kann auch vorübergehend aufhören. Das Nagelbett wird dabei nicht stark verletzt und die Wahrscheinlichkeit, dass das Knabbern abgewöhnt werden kann, ist sehr groß.

 

Leerlaufhandlung oder Selbstverletzung

In diesem Falle liegt eine Art Leerlaufhandlung vor, die mit verschiedenen Mitteln abgewöhnt werden kann. Trotzdem ist es hierbei wichtig, nie den Betroffenen unter Druck zu setzen, da sich sonst die Symptome verschlimmern. Auch einfache Therapien wie Aversionstherapie mittels bitterschmeckender Lacke sind in diesem Fall erfolgreicher.

Viel schwieriger hingegen ist andererseits das Kauen, das in Selbstverletzung ausgeartet ist. Dabei werden der Nagel und das Nagelbett leicht bis schwer verletzt. Die Betroffenen nehmen bewusst für das Knabbern Schmerzen in Kauf und  verletzen sich selbst, bis es blutet. Diese Variante ist sehr viel bedenklicher als die einfache Form des Knabberns, da sie ein psychisches Problem des Betroffenen offenbart.

 

Therapie und dann Entwöhnung

 

Hier helfen nur eine psychotherapeutische Behandlung und die offensive Auseinandersetzung mit den Problemen. Häufig geht dem Nägelbeißen ein traumatisches Erlebnis voraus, dass nicht verarbeitet werden kann. Dies kann bis zu einer Neurose führen, die sich eben auch im Nägelkauen ausdrückt. Erst wenn diese Probleme verarbeitet sind, kann die Angewohnheit mit Therapiemitteln angegangen werden.