Gründe des Kauens E-Mail

Nicht jeder, der an den Fingernägeln kaut, hat ein psychisches Problem. Bevor schnelle Urteile gefällt werden, hilft es, sich zunächst über die Gründe Gedanken zu machen.


Die Gründe für das Nägelkauen stehen in enger Verbindung mit der Intensität des Nägelbeißens. Wenn nur leicht und gelegentlich an den Nägel gekaut wird, hat dies meist weniger tiefgreifende Ursachen als bei besonders extremen Nägelbeißen.

Für den Anfang hilft es, sich folgende Fragen zu stellen: Wann und in welcher Situation wandert der Finger in den Mund? In welchen Gefühlslagen wird geknabbert? Bei Stress und Problemen, beim Fernsehen? Werden nicht nur die Fingernägel, sondern auch die Nagelhaut verletzt und blutet oder schmerzt es auch? Oder ist es eher ein leichtes Abknabbern unregelmäßiger Stellen an den Fingern?

 

Stress und Trauma als Auslöser

Diese Fragen müssen zunächst beantwortet werden, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Wenn die Angewohnheit hin und wieder auftritt, vor allem bei Langeweile oder Fernsehen, so ist dies eine Angewohnheit. Sie ist dann eine Art Leerlaufhandlung und kann schon mit einfachen Methoden wie bitteren Lacken oder Pflaster wieder abgewöhnt werden.

Wenn das Knabbern allerdings über einen längeren Zeitraum anhält, kann dies auch stressbedingt sein. Ein neues Umfeld, Jobwechsel, Prüfungen, Tod, Krankheit – all diese Erlebnisse können das Knabbern auslösen. Häufig stellt sich eine Besserung ein, wenn Entspannungstherapien helfen, die innere Anspannung zu lösen.

Als besonders schwere Fälle hingegen gelten Nägelbeißer, die sehr stark und bereits über einen sehr langen Zeitraum kauen. Häufig steht dies im Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und zeigt eine Form der Neurose an. Hier braucht es therapeutische Ansätze, um das Nägelkauen zu bewältigen.